Niederrhein. Solidarität ist momentan wichtiger denn je. Viele Menschen und Branchen stehen in der Krise vor großen Problemen und sind auf die Hilfe anderer angewiesen. Da ist der lokale Einzelhandel keine Ausnahme. Um Probleme zu lösen oder zumindest abzumildern, kann jeder einen Teil beitragen. Um den Einzelhandel zu unterstützen, haben die NN eine neue Internetseite auf den Weg gebracht: lokal-einkaufen.nrw. Hierbei helfen auch die Kommunen mit.   

Die Seite listet nicht einfach nur Unternehmen in den Kreisen Kleve und Wesel auf, sondern auch deren Dienstleistungen, wie etwa Liefer- und Abholdienste oder ein Gutscheinverkauf. Mehr als 600 Unternehmen sind bisher seit dem Start am Montag auf der Plattform vertreten. Weitere sollen folgen, deshalb kann sich jedes Geschäft, jeder Gastronom, jeder Händler und jeder Unternehmer kostenlos eintragen. Das entsprechende Formular finden interessierte Unternehmer unten auf der Plattform. Auch weitere Kommunen und Kreise könnten bald hinzukommen. Für sie gibt es ebenso ein solches Formular.

„Mit dieser Seite wollen wir die Bevölkerung dazu aufrufen, lokal einzukaufen. Wenn ich die lokalen Unternehmer unterstütze und nicht beim Online-Riesen einkaufe, helfe ich mit meinem Geld, Arbeitsplätze zu sichern. Vielleicht auch die Arbeitsplätze von Freunden und Familienmitgliedern. Das ist der Kerngedanke“, erklärt Michael Jansen, Marketingleiter der NN. So solle den Unternehmen außerdem gezeigt werden, dass sie nicht allein sind. „Lokal einkaufen bedeutet, solidarisch zu sein“, fasst Jansen zusammen.

Lokaler Handel als

Tragpfeiler der Innenstädte

Dass der lokale Handel fortlaufende Kosten hat, wie etwa für Personal oder Mieten, weiß auch Hans-Josef Kuypers von der Wirtschaftsförderung im Kreis Kleve.

Ebenso weiß Kuypers, wie wichtig dieser eigentlich ist, auch ganz allgemein. „Der lokale Handel ist der Tragpfeiler unserer Innenstädte. Der örtliche Einzelhandel zieht die Menschen in die Innenstadt, er macht sie lebendig. Deswegen ist es so wichtig, dass die Geschäfte vor Ort nach wie vor florieren und sie ihre Magnetwirkung behalten. Ansonsten würden die Städte vor dem Aussterben stehen.“

Vor diesem Hintergrund appelliert Kuypers an die Bürger: „Bitte kaufen Sie – auch nach Corona – weiter bei Ihrem Einzelhändler ein. Versuchen Sie auch während Corona in den Geschäften eine Lösung zu finden, zum Beispiel indem Sie den Lieferservice nutzen.“ 

Annika Cleve vom Stadtmarketing Straelen findet es gut, dass sich die lokale Presse einsetzt. Aber nicht nur das: „Wir vom Stadtmarketing und auch die Wirtschaftsförderung hatten ebenfalls die Idee, den Einzelhandel zu unterstützen. Wenn allerdings jeder für sich eine Aktion durchführt, ist das öffentlich nicht so einsehbar, wie wenn man daraus eine Gemeinschaftsaktion macht. Von daher begrüße ich die kreisweite und -übergreifende Organisation und dass man einen Überblick darüber bekommt, was in den verschiedenen Städten angeboten wird.“

Laut Cleve würde so zusätzlich mühselige Sucherei reduziert. Außerdem zeige dieses Angebot den Händlern, dass man an sie glaubt. Denn für Cleve ist es auch ein Nachweis dafür, dass man nicht auf die großen Online-Händler angewiesen sei.

Freuen tut es wohl auch die Mitglieder der Werbegemeinschaft in Straelen: Laut Cleve wollen sich weitere Unternehmer samt ihrer Dienstleistungen eintragen.